“Streik muss doch echt nicht sein…”

… Finden wir auch! Verhandeln jetzt!

Wenn es nach uns ginge, müssten wir nicht unbedingt streiken… Aber wir können es ganz gut 🙂

Das haben die vergangenen drei Tage wieder eindrucksvoll gezeigt. Trotz der derzeit nicht einfachen Umstände (Corona, Teil der Belegschaft im Homeoffice, hoher Arbeitsdruck…) waren unsere Streikversammlungen super besucht. Wir konnten neue Mitglieder gewinnen und haben sogar bezüglich der Teilnehmer*innenzahl unsere bisherige Bestmarke geknackt!

Warum diese Warnstreikwelle zum jetzigen Zeitpunkt? Für die Anwesenden (unter denen auch viele unserer befristeten Kolleg*innen waren, deren Verträge zum 31.08.20 auslaufen) war die Antwort klar: Weil uni-assist all unseren Gesprächsangeboten zum Trotz die Verhandlungen abbricht, ohne dass eine Lösung in Sicht ist, die den Belangen der Beschäftigten Rechnung trägt! Ohne dass überhaupt jemals explizit darauf eingegangen wurde, was wir brauchen.

Hat uni-assist tatsächlich erwartet, dass wir den nun erklärten Verhandlungsabbruch auf der Zielgeraden einfach so schlucken? Welches andere Mittel sollte uns jetzt noch bleiben, um die Arbeitgeberseite wieder an den Verhandlungstisch zurückzuholen?

Wir wollen, dass unsere Tarifkommission und uni-assist weiterverhandeln:

  • Weil die Überleitungsregelungen für den Fall einer Anwendung des TV-L noch nicht ausgereift sind.
  • Weil das von uni-assist vorgelegte Angebot die individuelle Unterzeichnung eines Änderungsvertrags vorsieht, der – in der Fassung vom Februar 2020 – den TV-L verschlechtert.
  • Weil die angebotenen Einmalzahlungen für Logistik und Bewerbungsservice nicht den späten Beginn des Tarifvertrages kompensieren.
  • Weil die Saisonbeschäftigten, die am Erfolg von uni-assist e.V. mitwirken, eine Jahressonderzahlung verdienen.
  • Weil für uns verlässliche Regelungen für Be- und Entfristungen nichts von ihrer Relevanz verloren haben. Das Auslaufen aller befristeten Verträge zum 31.08.20 (ohne dass eine betriebliche Regulierung in Sicht ist) macht dieses Thema derzeit besonders akut. Es sind nur noch 32 Tage!
  • Weil nur eine Lösung, die die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten berücksichtigt und vorhandene Potentiale würdigt, auch die Zukunftsfähigkeit des Vereins gewährleistet. Bereits jetzt droht uni-assist als Arbeitgeber unattraktiv zu werden (bzw. ist es vielleicht schon, wenn wir unsere jährlichen Rekrutierungsprobleme für Saisonkräfte bedenken). Eine solche Lösung kann nur im konstruktiven Dialog erarbeitet werden, dazu sind Tarifverhandlungen da.
  • Weil nur eine am Verhandlungstisch erarbeitete Lösung sicherstellen kann, dass die Stimmung im Betrieb wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gelangt.


Hier ein kleiner Eindruck von unseren Streikaktivitäten, die coronabedingt an der frischen Luft und stets unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfanden:


Dienstag, 28.07.20

Streikversammlung im Park am Gleisdreieck, der rbb berichtete darüber in seiner Abendschau (ab Min. 9:05)
Wir kamen u.a. in den Genuss eines professionellen Fotoshootings und haben uns in Arbeitsgruppen fleißig auf künftige Aktivitäten vorbereitet.






Mittwoch, 29.07.20

Erneute Streikversammlung an unserem schon liebgewonnenen Platz im Park am Gleisdreieck – diesmal mit Besuch von Tobias Schulze, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus und Sprecher für Wissenschaft und Forschung. Der Austausch mit ihm war erhellend im Bezug auf die Einordnung unserer Tarifkampagne in den hochschulpolitischen Kontext und hat uns Mut gemacht.
Dann ging es wieder in die Arbeitsgruppen…






Donnerstag, 30.07.20

Was wäre ein gelungener Warnstreik, ohne am Ort unserer täglichen Arbeit lautstark unsere Meinung zur Situation im Betrieb zu äußern? Dazu gab es direkt vor der uni-assist-Geschäftsstelle in der Reichartstraße eine Kundgebung mit Musik und Redebeiträgen. Die fröhlich-kämpferisch gestimmten Kolleg*innen konnten dabei auch erstmals die von unserer kreativen Designgruppe gestalteten Transparente und Plakate bewundern. Und es kamen neue ver.di Mitglieder hinzu, die sich bisher noch nicht hatten aufraffen können, in den Park zu kommen.


Hoffen wir, dass uni-assist unsere Dialogbereitschaft gehört hat – aber auch unsere Entschlossenheit, den Weg hin zu einem fairen Tarifvertrag für alle weiterzugehen!

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Pressemitteilung 27.07.2020: Warnstreik bei uni-assist e.V. – ver.di fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch
Pressemitteilung 29.07.2020: uni-assist e.V.: Dritter Warnstreik mit Kundgebung am Donnerstag, 30. Juli 2020
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Instagram: verdi_uni_assist
Twitter: VerdiUniAssist

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