Info für Studieninteressierte

Liebe Studieninteressierte,

derzeit verhandelt ver.di im Namen der ver.di-Mitglieder bei uni-assist e.V. einen Haustarifvertrag mit der Geschäftsführung. Uni-assist wurde 2003 von 41 deutschen Hochschulen gegründet. Das Ziel war „die Zulassung internationaler Studieninteressierter einfacher, effizienter, kostengünstiger und vor allem nutzerfreundlicher zu gestalten“ (Vereinsatzung von uni-assist, https://www.uni-assist.de/ueber-uns/organisationsstruktur/). Derzeit bearbeitet uni-assist internationale Studienbewerbungen von über 180 Mitgliedshochschulen.

Im Folgenden wollen wir Ihre Fragen zum Thema Haustarifvertrag beantworten:

1) Was ist ein Haustarifvertrag und warum braucht uni-assist einen?

Derzeit werden die Mitarbeiter*innen bei uni-assist zu unterschiedlichen Bedingungen beschäftigt. Auch wenn uni-assist von deutschen Hochschulen gegründet wurde und für die Hochschulen arbeitet, genießen die Mitarbeiter*innen nicht die gleichen Arbeitsbedingungen wie die Kollegen und Kolleginnen an den Mitgliedshochschulen von uni-assist. Nur ein Teil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden, und das auch nur in bestimmten Punkten nach TVöD beschäftigt. Mit einem Haustarifvertrag können Arbeitsbedingungen wie z.B. Gehalt, Urlaub und Befristungen fair und transparent bei uni-assist geregelt werden. Nur so kann uni-assist künftig genug motivierte und kompetente Mitarbeiter*innen finden und somit eine professionelle und schnelle Bearbeitung Ihrer Bewerbungen gewährleisten. Die Prüfung Ihrer Bewerbungen ist eine wichtige Leistung und muss entsprechend entlohnt werden.

2) Werden die Bearbeitungskosten für mich jetzt noch teurer?

Hierzu ist unsere Antwort ganz klar: Nein, wir wollen auf gar keinen Fall, dass Sie als Bewerber*in die Kosten für einen Haustarifvertrag tragen müssen!

Derzeit finanziert sich uni-assist fast ausschließlich von Ihren Bearbeitungsgebühren, obwohl uni-assist eine wichtige und umfangreiche Leistung, die Prüfung von ausländischen Zeugnissen, von den Hochschulen übernommen hat. Derzeit sind die Hochschulen aber nicht verpflichtet, für diese Leistung zu bezahlen, es sind vor allem die Bewerber*innen, die die Kosten tragen. Die Satzung von uni-assist sieht Mitgliedsbeiträge für die Mitgliedshochschulen vor: „Der Verein finanziert sich durch Entgelte, die von den Studienbewerber*innen erhoben werden, Kostenbeiträge von Hochschulen, Spenden, Zuschüsse sowie, auf Beschluss der Mitgliederversammlung, ggf. durch Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren“. Bislang wurden allerdings keine Mitgliedsbeiträge von den Hochschulen erhoben. Den Hochschulen steht es auch frei, die Bearbeitungsentgelte für Bewerber*innen zu übernehmen. Derzeit machen aber nur sehr wenige Hochschulen Gebrauch von dieser Möglichkeit.

Die aktuelle Lage bei uni-assist zeigt, dass das aktuelle Finanzierungsmodell, das vor allem auf Bearbeitungsentgelten beruht, weder nachhaltig noch stabil ist. Das muss sich ändern, finden wir! Auch auf Bundesebene wird heutzutage viel Wert auf die Internationalisierung der Hochschulen gelegt (Quelle: https://www.bmbf.de/de/internationalisierung-der-hochschulen-924.html). Zeit also, internationale Studienbewerber*innen willkommen zu heißen, indem die Hochschulen sich am uni-assist-Verfahren finanziell beteiligen und Bewerber*innen endlich entlastet werden.

3) Wozu brauchen die Hochschulen uni-assist überhaupt?

Das internationale Team von uni-assist, das ebensoso vielfältig ist wie die Studienbewerber*innen und von denen viele selber im Ausland studiert oder gelebt haben bzw. leben, hat ein enormes Fachwissen was internationale Zeugnisse betrifft. In unterschiedlichen Länderteams spezialisieren wir uns auf unterschiedliche Regionen und gewährleisten, dass alle Bewerbungen, unabhängig vom Herkunftsland, sorgfältig und kompetent geprüft werden. Dieses Wissen über unterschiedliche Bildungssysteme kann sich das International Office einer einzelnen Hochschule nicht aneignen. Eine Abschaffung des uni-assist-Verfahrens ist aus unserer Sicht für die meisten Mitgliedshochschulen weder sinnvoll noch realistisch. Deshalb macht es Sinn, dass eine Organisation diese Aufgaben zentralisiert übernimmt. Sie wollen doch auch, dass Ihre Zeugnisse von jemanden geprüft werden, der sich auf das Bildungssystem Ihres Landes spezialisiert hat? Für Sie bedeutet uni-assist auch, dass Sie sich mit einer Bewerbung an vielen Hochschulen gleichzeitig bewerben können und somit Zeit und Arbeit sparen.

4) Welche Konsequenzen haben die Tarifverhandlungen auf meine Bewerbung?

Ganz klar ist, dass wir unser Bestes dafür tun, dass Sie unsere Tarifverhandlungen gar nicht zu spüren bekommen. Wir hoffen auf eine schnelle Lösung und auf einen guten Haustarifvertrag. Gute, sichere und transparente Arbeitsbedingungen sichern kompetente Mitarbeiter*innen, die langfristig bei uni-assist bleiben wollen und sich weiter qualifizieren, um Ihre Bewerbungen möglichst schnell und professionell zu bearbeiten.