Antworten zu Euren Fragen

Wie komme ich denn an regelmäßige Informationen?

Argumente
  • Wir (Tarifinitiative und Tarifkommission) informieren euch regelmäßig über unseren Blog unter verdi-uni-assist.de. Bei besonders wichtigen Themen und/ oder viel Gesprächsbedarf eurerseits, werden wir Mitgliederversammlungen einberufen und dort miteinander sprechen.
  • Die Sitzungen der Tarifkommission sind öffentlich – komm vorbei und bring dich ein.

 

Erhöht der Haustarifvertrag nicht die Personalkosten? Dann würden sicher Stellen abgebaut und es würde zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Der Haustarifvertrag könnte langfristig zu Personalabbau führen und den Trend zu Leiharbeit oder Outsourcing neuer Bereiche führen.

Argumente
  • Wir als Tarifinitiative werden keinen Haustarifvertrag abschließen, den sich uni-assist e.V. nicht leisten kann.
  • Betriebsbedingte Kündigungen hängen eher davon ab, ob sich genügend Studienbewerber*innen bewerben – und die Rate dieser Bewerbungen hängt nicht vom Haustarifvertrag ab.
  • Der Haustarifvertrag wird nicht zu Entfristungen führen, sondern kann im besten Fall Prekaritätszulagen oder Quoten für Befristete regeln. Damit hätten befristet Beschäftigte einen arbeitgeberfinanzierten Ausgleich für ihre Unsicherheit.
  • Wenn uni-assist e.V. auslagern will, wird dies mit oder ohne Haustarifvertrag passieren. Hier können wir mit ver.di und Betriebsrat zusammen gegenhalten.
  • Gute Stellen mit guten Arbeitsbedingungen werden zu Bewerbungen von gutem und geeigneten Personal bei uni-assist e.V.führen. Wir bekommen so die Kolleg*innen, die wir für die qualitativ hochwertige Arbeit brauchen.
  • Im Gehaltsvergleich überlegen es sich Bewerber*innen in Berlin, ob sie beim Land Berlin, den Hochschulen direkt oder Bundesministerien arbeiten, wo bei entsprechenden Anforderungen mit Bachelorabschlüssen die Entgeltgruppen 9-11 oder für Master/Magister/Diplom ab Entgeltgruppe 13 gezahlt wird, oder ob sie bei uni-assist e.V. arbeiten.
  • uni-assist e.V. wird sich immer Gedanken machen, wie Geld gespart oder höchstmögliche unternehmerische Flexibilität durch Befristung (Entsicherung) erreicht wird. Wir wollen uns für gute Arbeitsbedingungen, gerechten Lohn und eine Entwicklungsperspektive einsetzen (siehe Tarifvergleiche).
  • uni-assist e.V. ist der einzige Anbieter im deutschen Markt. Die Arbeit ist einzigartig und wir werden mit unserem Können und unserer Erfahrung gebraucht (Monopolstellung).

 

„Kommt der Haustarifvertrag, steigen die Kosten für die Bewerber*innen.“

Argumente
  • Die Studienbewerber*innen bewerben sich auch in Deutschland, weil hier die Kosten für das Studium wesentlich geringer sind als beispielsweise in den UK oder den USA. Die vergleichsweise geringe Erhöhung der Bewerbungskosten fällt da wenig ins Gewicht.
  • Mir egal – alles wird teurer. Jedes Jahr steigen durch die Inflationsrate die Preise, da sind Kostenanpassungen nach oben legitim.
  • Willst du deswegen deine Situation nicht verbessern?
  • Wir sind der Ansicht, dass die Hochschulen die Leistungen von uni-assist e.V. ausfinanzieren sollten. Dies werden wir, wenn nötig, auch gegenüber der Mitgliederversammlung im Februar vertreten. (Die Hochschulen müssen Verantwortung übernehmen.)
  • Gut wäre eine ministerielle Sockelfinanzierung der Leistungen von uni-assist e.V. im Zuge der Herstellung der Chancengleichheit für internationale Studienbewerber*innen im Zugang für Bildung. (Die Politik muss Verantwortung übernehmen.)
  • Eine Erhöhung der Kosten für Studienbewerber*innen ist kein Automatismus, sondern eine politische Entscheidung. Wir möchten Kostensteigerungen nur im Rahmen der Inflationsrate. Dies ist bei stärkerer Finanzierung der Leistungen von uni-assist e.V. durch die Hochschulen und die Politik durchaus möglich. Die Entscheidung dazu liegt aber nicht in unserer Hand.

 

„Wenn der Haustarifvertrag kommt, gibt es eine Änderungskündigung und damit Verschlechterungen meines Arbeitsvertrages?“

Argumente
  • Wir werden nichts im Haustarifvertrag verhandeln, was zu einer Schlechterstellung einzelner Bereiche oder Personen im Vergleich zum Ist-Zustand führt. Zudem gibt es im Arbeitsrecht das Prinzip des Bestandsschutzes und das Günstigkeitsprinzip.

 

„Ich habe eh schon den TVöD, was habe ich von einem Haustarifvertrag?“

Argumente
  • Wir haben nur eine Anlehnung an den TVöD was die Gehaltsentwicklung betrifft! Alles Weitere ist nicht inbegriffen.
  • Zudem wird die Anlehnung an den TVöD sehr flexibel je nach Einstiegsjahr gehandhabt. Auch für gleiche Arbeit ist die gleiche Anlehnung an den TVöD nicht gegeben.
  • Wir wollen einen maßgeschneiderten Haustarifvertrag, da ist sicher auch für deinen Fall was drin! (z.B. mehr Urlaub, Freizeitausgleich, auch als Anreizsystem für Leistungsspitzen oder Sonderaufgaben, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Möglichkeit der Umwandlung in Sabbaticals, Altersteilzeitmöglichkeiten, Ausgleich für Pflege von Angehörigen, Weiterbildungsfreistellungen)
  • Frage: Was wäre dir denn wichtig?
  • Wir finden, dass Gleichbehandlung und eine bessere Stimmung am Arbeitsplatz ein wichtiger Faktor für das Betriebsklima ist. Nur wenn es Gerechtigkeit bei Löhnen und Arbeitsbedingungen gibt, wirken auch Motivatoren wie zusätzliche Prämien. Deshalb ist es wichtig auch für diejenigen, die bisher z.B. keine Anlehnung an den TVöD haben, etwas zu erreichen. Auch du profitierst davon.

 

„Kommt der Haustarifvertrag, wird uni assist e.V. weniger entfristen / weniger Verträge verlängern.“

Argumente
  • Es war schon immer schwierig, bei uni-assist e.V. entfristet oder zumindest gut verlängert zu werden. Der Haustarifvertrag wird an der Situation wenig ändern, sie allerdings auch nicht verschlimmern.
  • Das Thema Entfristung begleitet uns schon lange und wird es auch weiterhin – unabhängig von einem Haustarifvertrag. Wir denken, dass uni-assist e.V. begreifen muss, dass unser Unternehmen mit zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen langfristig für gutes Personal unattraktiv ist auf dem Arbeitsmarkt. Die Saisonarbeit bringt einen Konkurrenzdruck mit sich und Beschäftigte identifizieren sich weniger mit der Arbeit, da vor Ende des bestehenden Arbeitsverhältnisses bereits ein neues Arbeitsverhältnis gesucht werden muss. Das senkt natürlich auch die Motivation der Beschäftigten, die sich zusätzlich noch mit der Bürokratie auf dem Arbeitsamt oder in ihrer Krankenversicherung herumschlagen müssen. Zudem kann ein hoher Anteil entsicherter Arbeitsverhältnisse in der Folge zu negativer Publicity führen bei bekannten Arbeitnehmer*innen-Portalen (Kununu, Glassdoor). Ein guter Tarifvertrag kann hingegen Publicity verbessern.

„Der Haustarifvertrag bringt nichts, da bestehende schlechte Arbeitsbedingungen nicht geändert werden (z.B. die 2 Monate Pause in den Verträgen)“

Argumente
  • Selbst wenn an der Befristungspraxis wenig geändert werden kann, so könnten wir über einen Haustarifvertrag eine Prekaritätszulage erkämpfen. Weitere Vorteile wären ein gerechtes und verlässliches Gehaltsgefüge mit regelmäßiger Entwicklung (usw.).
  • Der Haustarifvertrag bringt sehr wohl etwas, da die innerbetriebliche Konkurrenz abgebaut wird und so echtes Teamgefühl wachsen kann. Damit können wir uns als Arbeitnehmer*innen auf unsere wesentlichen Aufgaben konzentrieren.
  • Was wäre dir denn wichtig? Durch die demokratische Entscheidungsfindung in ver.di kannst du am Haustarifvertrag mitarbeiten und auch mitentscheiden!

 

„Wenn die Geschäftsführung den TVöD jetzt flächendeckend einführt, was soll dann noch der Haustarifvertrag?“

Argument
  • Sollte die Geschäftsführung den Tarifvertrag TVöD flächendeckend einführen, wäre das ein Riesengewinn für uns als ver.di Mitglieder! Denn jetzt profitieren im Vergleich nur einige und nicht alle und sie profitieren auch nicht von allen Regelungen des TVöD, wie beispielsweise der Jahressonderzahlung oder Zuschlägen.  Wir von der Tarifinitiative würden schauen, welche unserer Forderungen über den TVöD hinaus gehen und wer bzw. wie viele dann noch hinter uns stehen, um das zu erkämpfen.

 

„Wat wollt ihr denn da machen?“

Argument
  • Wir wollen mit Euch gemeinsam überlegen, welche Regelungen Euch wichtig sind und wie wir diese in einen Haustarifvertrag gießen können. Dann fordern wir uni assist e.V. zu Verhandlungen auf!

 

„Sind Eure Forderungen realistisch / umsetzbar?“

Argumente
  • Ja klar! Warum sollten sie das nicht sein?
  • Nachfrage: Was hältst Du denn für realistisch? Umsetzbar?
  • Man muss 150 % fordern, um 80 % zu kriegen.

 

„Kann der BR das nicht machen? Brauchen wir ver.di für einen Tarifvertrag?“ und „Warum muss ich denn dafür Mitglied werden?“

Argumente
  • Nein, der Betriebsrat darf alle betrieblichen Angelegenheiten sowie auch die Gerechtigkeit bestimmter Entlohnungssysteme mitregeln, allerdings nicht die Höhe von Gehaltszahlungen, Urlaub oder Prämien. Dafür haben wir in Deutschland Gewerkschaften, in unserem Fall ver.di – und ver.di sind wir als Mitglieder.
  • In Deutschland gibt es ein zweigeteiltes System der Interessenvertretung der abhängig Beschäftigten: Betriebsräte sind für die innerbetrieblichen Angelegenheiten zuständig, die Gewerkschaften für die Tarifarbeit.
  • Nur wenn wir uns organisieren und viele sind, können wir unsere Interessen in einem Tarifvertrag durchsetzen. Wir bezahlen Mitgliedsgelder und aus denen werden dann unsere Unterstützung durch unsere Gewerkschaftssekretär*innen, aber auch weitergehende Beratung durch Rechtsabteilung und Tarifsekretariat bezahlt. Außerdem deckt der Mitgliedsbeitrag unsere Schulungen, Materialien – also die gesamte Infrastruktur – ab. Nicht zuletzt bekommen wir, im Fall wir müssen als letztes Mittel auch zum Streik / Arbeitskampf greifen, Streikgeld. Denn uni-assist e.V. muss uns im Falle eines Streiks nicht bezahlen.

 

„Was sind denn weitere Vorteile – Serviceleistungen für mich persönlich?“ oder „Mein Partner ist schon bei ver.di, was habe ich denn davon?“

Argumente
  • Neben der Unterstützung in unseren Haustarifvertragsverhandlungen hast du als ver.di-Mitglied ab dem ersten Tag Recht auf persönliche Beratung in Arbeitsrecht und Sozialrecht (Ansprüche gegenüber Rentenkasse, Krankenkasse, aber auch BaFöG usw.). Ab drei Monaten Mitgliedschaft umfasst der Mitgliedsbeitrag dann auch Rechtsschutz in diesen Feldern vor Gericht.
  • Weitere Mitgliederleistungen:
    • Freizeitunfall-Leistung
    • Kostenloser Lohnsteuerservice
    • Telefonische Mietrechtsberatung in Kooperation mit dem Deutschen Mieterbund
    • Arbeitszeugnisberatung
  • Bei ver.di bekommt nur das Mitglied auch alle Leistungen. Die Gewerkschaft finanziert sich rein aus Mitgliederleistungen, es gilt also: Du bist Teil der Solidargemeinschaft? Du bekommst auch alle Leistungen. Also wie dein Partner Mitglied werden!

 

Ich habe ja schon TVöD, sollen die anderen sich doch organisieren?

Argumente
  • Wenn das jeder sagt, macht niemand der TVöD-Bezahlten etwas – wir brauchen aber alle, um auch für Alle gute Arbeits- und Gehaltsbedingungen durchzusetzen.
  • Wir sind ein Betrieb – und brauchen auch dich!
  • Du bekommst vielleicht die Bezahlung nach TVöD, was wäre denn für dich noch wichtig?
  • uni-assist e.V. kann nur als Gesamt-Team gute Arbeit leisten und dazu gehören faire Arbeitsbedingungen für alle Kolleg*innen.
  • Wenn wir stark genug sind, könnten wir im Haustarifvertrag auch über den TVöD hinaus besser regeln. Was ist dir da denn wichtig?