TV-L mit VBL: Friss oder stirb

Fata Morgana am Verhandlungshorizont.

Gute Neuigkeiten zuerst: Eure Streiks und die vielen Gespräche haben bewirkt, dass nun auch die Altersvorsorge VBL auf dem Verhandlungstisch liegt! Das ist richtig gut! Eine weitere Verbesserung zu den bisher diskutierten Inhalten ist, dass die Zulage für diejenigen, die aus dem TVöD Bund in den TV-L übergeleitet werden, dynamisiert ist, d.h. dass die Tariferhöhungen im TV-L auch prozentual die Zulage erhöhen.

Das war es dann auch schon an guten Neuigkeiten: Die schlechte ist, dass die zur Schau getragene „Gesprächsbereitschaft“ auf Arbeitgeberseite ein Trugbild ist.

Wir erinnern uns: Ein Gesprächstermin Ende Januar wurde wieder vom Tisch genommen, weil die Geschäftsführung sich vorbereiten musste zum Thema Befristungen. Am 10.02.2020 stand also ein Austausch zu Befristungen an – die Arbeitgeberseite hatte nun aber kein Interesse mehr daran. Sie eröffneten die Verhandlung damit, dass sie ein letztes, nicht mehr zu änderndes Angebot für uns haben, das sie uns vorstellen möchten. Die Tarifkommission musste sich regelrecht erkämpfen, überhaupt zum Thema Befristungen vortragen zu können. Euer Verhandlungsteam hat sich jedoch nicht beirren lassen und Eure Probleme auf den Tisch gelegt. Interesse auf der anderen Seite? Austausch über Euch betreffende dringende Probleme? Fehlanzeige. Ansagen machen war das Gebot der Stunde. Dann das Arbeitgeberangebot. Fragen haben sie „erlaubt“, aber keine Diskussion der Punkte.

Warum der Druck? Warum eine Situation kreieren, in der Euch suggeriert wird, dass ihr Euch jetzt für das Angebot entscheiden müsst? Damit wir nehmen, was auf dem Tisch liegt und unsere darüber hinaus gehenden Anliegen – zum Beispiel TVöD Bund als System für uni-assist e.V. oder klare Be- und Entfristungsregeln – vergessen. Wir haben uns aufgemacht, einen Haustarifvertrag zu verhandeln, der unsere Probleme löst. Wir haben sehr viel dafür gearbeitet, dass uni-assist e.V. als Verein überhaupt in der Lage ist, dieses Angebot zu unterbreiten. Ohne die Tarifinitiative gäbe es die Diskussion über Mitgliedsbeiträge nicht mit diesem Rückenwind. Nun wollen wir nach Monaten des Stillstands endlich verhandeln.

Ob Euch das vorliegende Angebot reicht, werden wir am 20.02.2020 ausführlich besprechen. Euer Verhandlungsteam ist schon dabei, eine Gegenüberstellung der Inhalte zu machen, damit Ihr eine gute Grundlage für Eure Entscheidung habt. Die Tarifinitiative bereitet ebenfalls mögliche Szenarien des Umgangs mit der Art und Weise der Arbeitgeberseite vor, die am 20.02. diskutiert werden. Den Druck und die Drohgebärden müsst Ihr Euch nicht zu Herzen nehmen.

Lasst uns gemeinsam das Angebot näher betrachten und entscheiden, ob es sich hierbei um die Lösung unserer Probleme oder doch nur um eine Fata Morgana handelt. Kommt zahlreich! Wir werden den ersten Teil der inhaltlichen Information offen gestalten, es können also auch interessierte Nichtmitglieder kommen.

Präsentation Befristungen

Präsentation VBL