Resümee

Am letzten unserer sechs Streiktage zogen wir in einem großen gemeinsamen Plenum bei ver.di ein positives Resümee unserer vielfältigen Aktionen. Ausgepowert von der aufwendigen Planungs- und Organisationsarbeit und den zahlreichen Gesprächen an den Hochschulen, aber glücklich über unser noch stärker gewordenes Zusammengehörigkeitsgefühl – so könnte man die Stimmung beschreiben.
Viel Raum wurde für den Austausch über unsere Auswärtsspiele von gestern und heute gegeben. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Eindrücke und Ergebnisse:

Bielefeld

Eine kleine Gruppe machte sich am 4. Februar frühmorgens auf nach Bielefeld um mit der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von uni-assist e.V. Frau Prof. Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld zu sprechen. Sie nahm sich sehr viel Zeit für uns und unsere Anliegen. Wir konnten unsere Argumente zu TVöD Bund als Basis des Tarifvertrags vorbringen, aber auch zum für uns sehr wichtigen Thema Befristungen und den Arbeitsbedingungen bei uni-assist im Allgemeinen gab es einen regen Austausch. Frau Prof. Schramm-Wölk ist sehr an Kommunikation und Transparenz gelegen und wir hoffen auch weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Anschließend fand wie bei nunmehr allen Besuchen unserer Mitgliedshochschulen auch ein Gespräch mit einer Vertreterin des Personalrats der FH Bielefeld statt. Sie wird ihre Kolleg*innen im Gesamtpersonalrat über unser Gespräch und unsere Anliegen informieren.

Aufgrund der knapp bemessenen Zeit schafften wir es leider nicht mehr spontan auch unsere Kolleg*innen an der Uni Bielefeld zu besuchen.

Potsdam

Bei unserer Tournee durfte die bewerberstarke Uni Potsdam, die auch zu unseren Gründungsmitgliedern gehört, natürlich nicht fehlen. Allein schon die idyllische Lage am Rande des Parks Sanssouci machte den Besuch zu einem Erlebnis.

Vom Präsidenten Prof. Günther wurden wir dort in hochherrschaftlicher Umgebung empfangen. Auch dieses Gespräch machte uns wieder deutlich, wie ernsthaft der Wunsch nach stärkerer Einbindung in den Kommunikationsfluss bei unseren Mitgliedshochschulen ist, insbesondere hinsichtlich der anstehenden außerordentlichen Mitgliederversammlung. Zwar äußerte sich Prof. Günther von Anfang an sehr reserviert, was die Frage der Finanzierung von uni-assist durch Mitgliedsbeiträge der Hochschulen anbelangt. Unsere Schilderung der Situation bei uni-assist und unserer Anliegen als Beschäftigte nahm er aber interessiert auf und vermittelte uns den Eindruck, dass die Uni Potsdam die Ausgestaltung des künftigen Tarifvertrags ganz in der Verantwortung der Verhandlungsparteien sieht und sich grundsätzlich nicht gegen unsere Forderungen zu positionieren gedenkt. Prof. Günther kündigte an, sich gleich im Anschluss an unser Gespräch mit Prof. Strackeljan telefonisch austauschen zu wollen, was wir als gutes Signal im Sinne einer stärkeren Vernetzung innerhalb des Vereins empfanden.

Daneben fanden ebenfalls sehr wertschätzende Gespräche mit Frau Dr. Bieber im Dezernat für Studienangelegenheiten sowie mit Mitgliedern des Personalrats statt, denen gegenüber wir zum aktuellen Stand der Verhandlungen und zu Aspekten wie der Befristungsproblematik bei uni-assist informierten. Wir ernteten viel Zuspruch und die Ankündigung, man werde unsere Anliegen in die Gremien weitertragen.

Frankfurt/Oder

Etwas mehr als ein Dutzend von uns machten sich am 04.02. auf den Weg nach Frankfurt an der Oder. Dort besuchten wir zunächst das Akademische Auslandsamt. Frau Herzel zeigte sich interessiert an unseren Standpunkten und dem bisherigen Verhandlungsverlauf. Der Austausch gestaltete sich konstruktiv und herzlich. Wir hatten Gelegenheit, uns mit der Entwicklung von uni-assist mit den damit verbundenen Sorgen und Beobachtungen aus der Sicht einer Hochschulbeschäftigten zu befassen. Auch hier gewannen wir den Eindruck, dass eine gewissenhafte und transparente Kommunikation und Information – für alle Beteiligten und Betroffenen – wichtig ist und weiter gefördert werden muss. Wir verabschiedeten uns mit der Bitte, möglichst alle an der Hochschule vorhandenen Kommunikationskanäle zu nutzen, um für unser Anliegen nicht nur zu sensibilisieren, sondern dieses überhaupt erst ins Bewusstsein zu bringen.

Anschließend wurde eine Abordnung von uns von Frau Prof. von Blumenthal, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, und ihrer Stellvertreterin Frau Prof. Kocher wohlwollend und neugierig empfangen. Unsere Darstellung zu den Hintergründen des Arbeitskampfs, der Entwicklung von uni-assist in den letzten Jahren sowie zum Stand der Tarifverhandlungen wurde interessiert angehört. Für uns war das Treffen lehrreich in Bezug auf die Interessenlage kleinerer Hochschulen wie der Viadrina. Frau Prof. von Blumenthal und Frau Prof. Kocher betonten einhellig, dass sie sich eine solide Grundlage für uni-assist wünschten, damit die Arbeitsqualität des Vereins abgesichert sei. Die von uni-assist zur Verfügung gestellte Dienstleistung sei alternativlos. Andererseits wurde darauf verwiesen, dass die Mittel zur Unterstützung des Vereins sich im Etat der Hochschulen niederschlügen und daher das Finanzierungsmodell wohl bedacht sein müsse. Gerade kleinere Hochschulen wie die Viadrina müssten ihre Gelder mit Bedacht einsetzen, besonders wenn es um auswärtige Dienstleistungen ginge. Der Kampf der Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen sei nachvollziehbar, aber eine gute Lösung könne nur unter Einbeziehung aller Betroffenen und unter Respektierung von deren Interessen gefunden werden. Wir bedankten uns herzlich für die Gelegenheit zum Gespräch und betonten beim Abschied, wie wichtig es uns sei, dass alle Akteure transparent und nachvollziehbar die für sie wichtigen Aspekte vermitteln können. Nicht zuletzt gaben wir unserer Hoffnung Ausdruck, dass ein solcher offener Austausch weitergeführt werde.

Währenddessen nutzte der restliche Teil unserer Gruppe die Zeit, um beim AStA der Viadrina vorbeizuschauen. Dort trafen sie auf überraschte, aber interessierte AStA-Vertreter*innen, denen sie den Grund unseres Besuchs erklärten – und die Existenz und Geschichte von uni-assist gleich mit. Die AStA-Mitglieder boten an, z. B. über ihre Facebook-Seite über die Situation von uni-assist zu informieren.

Gleich am nächsten Tag, den 05.02. machte sich erneut eine kleine Gruppe auf den Weg zur Viadrina um auch den Personalrat über die Entstehung von uni-assist, seine Bedeutung für die Hochschulen und seine verschiedenen Aufgabenbereiche zu informieren. Dabei wurde uns gegenüber betont, dass die Europa-Universität Viadrina mit seiner hohen Anzahl an ausländischen Studierenden sehr auf die Arbeit von uni-assist und dessen Kompetenz angewiesen sei. Eine Rücknahme dieser Aufgabe könne man sich nicht vorstellen. Aus diesem Grund unterstütze man sehr die Bemühungen der Beschäftigten nach einer langfristigen Personalplanung und einem Finanzierungskonzept. Auch im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen bei uni-assist sah der Personalrat die Notwendigkeit eines Haustarifvertrags und einer angemessenen Bezahlung, um kompetente Mitarbeiter*innen bei uni-assist halten zu können. Der Personalrat stellte einen Solidaritätsbeschluss für die Forderung der Mitarbeiter*innen von uni-assist in Aussicht. Abschließend bedankte sich der Personalrat der Europa-Universität Viadrina für unser Engagement und unsere Bereitschaft, die Ansprechpartner der Mitgliedshochschulen persönlich zu besuchen und über den Sachstand bei uni-assist e.V. zu informieren.

Der Dank ist auf unserer Seite für die vielen wunderbaren Gespräche.

Aufgrund der bundesweiten Verteilung unserer Mitgliedshochschulen haben wir es bisher leider noch nicht geschafft, mit allen der derzeit über 180 Mitgliedshochschulen des uni-assist e.V. an den jeweiligen Standorten in Deutschland ein persönliches Gespräch zu führen. Wir haben Sie aber nicht vergessen!

Sollten Sie sich in nächster Zeit im Raum Berlin aufhalten, möchten wir Sie herzlich zu einem Informationsaustausch im Rahmen eines persönlichen Gesprächs einladen.